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Job als Dolmetscher

Autor: JonasPeter | Datum: 10 Februar 2012, 20:59 | 1 Kommentare

Es ist Samstagmorgen. Seit Freitag gibt es keinen Strom. Das Fazit: mein Handyakku ist leer und ich kann ihn nicht aufladen. Ich bin also nicht erreichbar über Handy. Wie erreicht man mich dann? Nur persönlich zu Hause. Genau deshalb kommen bei der allmorgendlichen Haarwäsche zwei Lehrer vorbei und sagen mir ich werde von Mama Kibanga (Schulleiterin u. Mentorin) gesucht. Was hab ich bloß gemacht?

Mithilfe eines anderen Handys kann ich Mama Kibanga dann zurückrufen.Sie sagt mir ein Mann aus Deutschland würde gegen Mittag in Lushoto eintreffen. Er könne weder Englisch noch Kiswahili. Sie bräuchte meine Hilfe. Ob ich nicht mit ihm nach Mwangoi (2 Std mit dem Bus) fahren könnte? Ich sage ihr ok, ist ja immerhin nur ein Tag.


Daraufhin ruft mich ein deutschsprechender tansanischer Pastor an und erklärt mir alles. Wann ich in der Stadt sein muss und was meine Aufgabe sein wird. Ich soll die Grußworte des Mannes am Sonntag in der Kirche übersetzen. Und plötzlich ist aus einem Tag zwei Tage geworden. Ich sag ihm zu, auch wenn mir ein bisschen mulmig wird bei dem Gedanken Übersetzer zu spielen.


In Lushoto treffe ich gegen Mittag Herrn Homann aus Minden. Zusammen fahren wir nach Mwangoi. Dort angekommen wartet schon der örtliche Blasinstrumentenchor auf Herrn Homann. Da ich ja jetzt zu ihm gehöre, werde auch ich von Trompeten und Posaunen empfangen. Auf dem Weg zur Kirche mit dem Pick-Up spielt der Chor auf der Ladefläche weiter. Ein bisschen unangenehm von jedem angeguckt zu werden. In der Kirche angekommen wird mir klar, dass meine Aufgabe nicht erst Sonntag, sondern schon jetzt anfängt. Ich darf vor der Gemeinde die Grußworte übersetzen und es läuft trotz Aufregung ganz gut. Nach der Kirche wird mir bewusst, dass ich ab jetzt ein Allzeit-Übersetzer bin. Immer wenn sich Herr Homann unterhält, helfe ich durchs Übersetzen. Nach kurzer Zeit habe ich mich daran gewöhnt und es läuft ganz gut. Sonntagnachmittag bittet mich Herr Homann bis Montag zu bleiben. Aus zwei Tagen werden drei.


Die Tage im schönen Mwangoi verbringe ich im Haus des Pastors. Dort übernachte ich und bekomme dreimal am Tag leckeres Essen. Die Pastorenfamilie ist super nett und die Köchinnen auch. Dass das Essen so gut ist, verdanke ich Herrn Homann, der als hoher Gast gesehen wird.

Zusammen gehen wir in die Kirchen in Mwangoi, Mlesa, Mtindili und Mzoghot. Wir besuchen die Grundschulen in Mwangoi und Makose und viele nette Freunde von Herrn Homann. Das Übersetzen läuft die ganze Zeit erstaunlich gut. Es ist nicht perfekt, aber mit Nachfragen und Verbessern können alle Angelegenheiten geklärt werden.                       

Deshalb bleibe ich auch noch bis Donnerstag morgen, weshalb ich das Glück habe die vielen Kirchen, Schulen und Menschen kennenzulernen. Aus drei Tagen werden fünf Tage.


Diese fünf Tage in Mwangoi und Umgebung waren wirklich eine schöne Zeit. Das Übersetzen hat mir viel Spaß gemacht. Ob das wohl mein zukünftiger Beruf sein wird? Wir werden sehen. Ich habe vieles kennengelernt, mein Kiswahili verbessert und nette Menschen getroffen. Für meinen Job als Dolmetscher hat mir Herrn Homann die Busfahrten bezahlt, Unterkunft und Essen war umsonst und er hat mir 25 Euro als Lohn gegeben. Ich hab mich riesig gefreut, weil das nicht abgemacht war, dass er mich bezahlt.

Alles in allem fünf aufregende, erlebnisreiche und schöne Tage.


PS: Bilder vom Trip findet ihr im Fotoalbum

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Kommentare

  1. 1. Völkel  |  17 Februar 2012, 12:39

    Hallo Jonas,
    mit viel Interesse verfolge ich natürlich Carinas und deine Blogs.Ich freue mich,daß ihr eure freie Zeit interessant und bunt gestaltet.Dieses Jahr wird euch einen weiten Blick über den" Tellerrand"
    hinaus in eurem weiteren Leben erlauben.
    Ein Kompliment möchte ich dir für deine Fotos aussprechen, du hast einen ganz besonderen Blick
    für den besonderen Moment.Speziell deine naturbezogenen Aufnahmen!
    Viele Grüße und eine gute Zeit wünscht dir
    Heike (Carinas Mama)

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